HUBERT SCHEIBL
LOST AND FOUND
07.11.2025 – 16.01.2026 MO – FR 09.30 – 18.00
Lost and Found: Dem Unendlichen etwas näher
Die Ausstellung Lost and Found zeigt aktuelle Arbeiten des Künstlers Hubert Scheibl, in denen seine charakteristisch-gewaltigen Farbräume eine neue Tiefe enthalten. Scheibl schafft visuelle Räume von beeindruckender Intensität, in denen sich Abstraktion, Emotion und Assoziationen an ferne Welten überlagern.
Die Malerei wird bei Scheibl zum Medium des Suchens und Findens – ein dialogischer Prozess zwischen Kontrolle und Zufall, zwischen Intuition und Struktur. Dabei entstehen großformatige Bildwelten, die Assoziationen an Science-Fiction, kosmische Sphären oder ferne Traumlandschaften hervorrufen. Seine Werke wirken entrückt und doch unmitelbar – als würden sie aus einem inneren Raum stammen, jenseits von Zeit und Ort.
Die Unendlichkeit ist in Scheibls Arbeiten nicht bloß ein abstraktes Konzept, sondern wird malerisch greifbar gemacht: durch Tiefenwirkungen, Überlagerungen und atmosphärische Verdichtungen, die den Betrachtenden in eine fast meditative Versenkung führen.
In Lost and Found wird das Sehen selbst zur Reise – zu einem Ort, an dem das Verlorene nicht verschwunden, sondern verwandelt wieder auftaucht.
Hubert Scheibl wurde 1952 im oberösterreichischen Gmunden geboren. Seine künstlerische Ausbildung absolvierte er an der Akademie der bildenden Künste in Wien, wo er unter anderem von Max Weiler und Arnulf Rainer unterrichtet wurde.
In den frühen 1980er-Jahren war Scheibl der Strömung der „Neuen Wilden“ zuzurechnen – einer Bewegung, die sich durch „expressive, oft gestisch aufgeladene Malerei“ auszeichnete. Obwohl er in diesem Umfeld aktiv war, entwickelte er schon bald eine eigenständige Ausdrucksweise: Seine Arbeiten sind häufig von einer reduzierten, teils monochromen Farbgebung geprägt und weichen in ihrer Zurückhaltung vom Temperament der Bewegung ab.
Ein zentrales Merkmal seines Schaffens ist der experimentelle Umgang mit Material und Technik. Zufall, Spontaneität und prozessorientiertes Arbeiten spielen dabei eine entscheidende Rolle. Viele seiner Werke entstehen in Serien, bei denen ein Motiv oder eine Idee durch unterschiedliche Variationen weiterentwickelt wird. Scheibl beschreibt Kunst als eine Art Suche nach einem „evolutionären Urstrom“ – einer tiefen, kreativen Quelle, die unabhängig von rationalen Konzepten fließt.
„Ich versuche mit meinen Arbeiten Fragen zu stellen und einen Beitrag zu formulieren, der letztlich mit unseren Sehnsüchten und Vorstellungen davon zu tun hat, was die Welt ist und was sie vielleicht bedeuten sollte.“ – Hubert Scheibl
Scheibls Werke wurden weltweit ausgestellt. Zu den Höhepunkten seiner internationalen Präsenz zählen seine Teilnahmen an der Biennale von São Paulo im Jahr 1985 sowie an der Biennale in Venedig im Jahr 1988. Ein längerer Aufenthalt in New York prägte ihn künstlerisch ebenso wie intellektuell – insbesondere durch seine intensive Auseinandersetzung mit amerikanischer Literatur und Filmkunst.
Für sein künstlerisches Werk wurde Hubert Scheibl mehrfach ausgezeichnet. So erhielt er unter anderem 1992 den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst, 2004 den Kulturpreis des Landes Oberösterreich und 2014 das Goldene Verdienstzeichen der Stadt Wien.
Hubert Scheibl „lebt und arbeitet lieber woanders und in Wien.“



















