Die Ferne sucht mich auf
in den Blättern der Luft;
am Abend bettet sie sich
in seine Hände
und in seinen Augen wird sie zur Decke.
Fuad Rifka
Mit dem Ausstellungstitel „Die Ferne sucht mich auf” wird eine Textzeile des syrisch-libanesischen Lyrikers Fuad Rifka zum gedanklichen Ausgangspunkt für eine neue Werkserie Jakob Kirchmayrs. Die Ferne steht hier nicht nur für geographische Weiten, sondern auch für Zeit, Erinnerung, Sehnsucht und die Kraft des Inneren Reisens.
In seinem Text „Irgendwo hier muss ich gelebt haben“, beschreibt Kirchmayr 2022 erstmals eine Serie von großformatigen Bildern und Installationen, an die nun diese Ausstellung, insbesondere der Zyklus „Reisenotizen“ anknüpft.
Sie ist eine Hommage an seine Kindheit und an jene unbeschwerten Momente in der Natur, die sich tief ins Gedächtnis eingeschrieben haben.
Die Ferne wird bei Kirchmayr zur Quelle der Inspiration. Sie verweist auf persönliche Reisen ebenso, wie auf Prozesse des Erinnerns. Sie weckt Fernweh und gleichzeitig das Bedürfnis nach Entschleunigung, Stille und Verbundenheit mit der Natur. Gleichzeitig bleibt ein Bewusstsein für die Fragilität dessen, was uns umgibt. Die Werke reflektieren auch die Verantwortung, die mit dieser Verbundenheit einhergeht. Die Auseinandersetzung mit aktuellen Themen wie Umweltzerstörung, Klimakrise oder gesellschaftlicher Wandel geschieht bei Kirchmayr leise.
Jakob Kirchmayr wurde 1975 in dritter Generation einer Tiroler Künstlerfamilie geboren.
Nach seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien, widmete er sich zunächst verstärkt dem Genre Buch, ehe er sich ganz der großformatigen Malerei zuwandte.
Weitreichende öffentliche Aufmerksamkeit erlangte er zuletzt mit dem von ihm gestalteten Fastentuch „Spuren des Feuers“ für die Michaelerkirche in Wien – einem Werk, das weit über die Landesgrenzen hinaus Resonanz fand.
Silvie Aigner (PARNASS, Wien) schrieb über Kirchmayrs Werk: “Malerei auf Papier, ebenso expressiv wie lyrisch.
Malerei, die auf ganz besondere Weise berührt und uns die Ambivalenz unserer Gegenwart vor Augen führt – in der die Schönheit der Natur, ihre Zerstörung, Freundschaft und Krieg nebeneinander existieren.“
Jakob Kirchmayr lebt und arbeitet in Wien.














