
“I have this idea that you can use glamour and still have it represent something that matters.“
– David LaChapelle
Seine Anfänge nahm David LaChapelle, geboren 1963 in Connecticut, USA, als Fotograf in den 80er Jahren für Magazine wie Interview und Vanity Fair. Niemand anderer als der berühmte Pop-Art Künstler Andy Warhol wurde auf LaChapelle aufmerksam und prägte den Fotokünstler unverkennbar.
David LaChapelle greift in seinem Werk systematisch Einflüsse der Popkultur und Szene auf und setzt sich mit Themen wie Sexualität, Geschlechtlichkeit, Personenkult, Religion und Politik auseinander. Dabei geht es immer wieder um die Frage nach vermeintlichen gesellschaftlichen Normen und Regeln. Der Künstler spielt bewusst mit dem Klischee der plakativen und eindimensionalen Darstellung, wobei er in provokanter Manier gleichzeitig an der farbenfrohen und glamourösen Oberfläche kratzt.
LaChapelle bedient sich bei der Modelwahl gerne berühmter Persönlichkeiten aus Musik und Kunst wie etwa Schockrocker Marilyn Manson, der als Schülerlotse Kinder über die Straße führt, Sängerin Courtney Love, in der Gestalt einer trashigen Wohnwagensiedlungs-Version der Muttergottes und in Pietà-Pose mit einem Kurt Cobain-Double in ihren Armen oder Lieblingsmuse und Transgendermodel Amanda Lepore, welche maskenhaft die Elizabeth Taylor gibt oder als makellos gebräunte exotische Schönheit mit nichts als einer Wassermelone zwischen ihren Beinen den Betrachter anlächelt.
LaChapelle lässt sich bei der Schaffung seiner surrealen Bildwelten von verschiedensten Epochen der Kunstgeschichte, von Musik, Film, Religion und der Popkultur inspirieren.
Der Künstler inszeniert vermeintlich perfekte Kulissen mit hyperreal wirkenden Protagonisten – provozierend, visionär und gnadenlos zugleich.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich LaChapelle zu einem der weltweit am häufigsten veröffentlichten Fotografen entwickelt, mit einer Reihe von Bildbänden wie „LaChapelle Land“ (1996), „Hotel LaChapelle“ (1999), „Heaven to Hell“ (2006), „Lost & Found“ (2017) und „Good News“ (2017).
Gleichzeitig hat er sein Schaffen auf Musikvideos, Filme und Bühnenprojekte ausgeweitet. Sein Spielfilm „Rize“ aus dem Jahr 2005 kam in 17 Ländern in die Kinos. Viele seiner Foto- und Filmwerke sind zu ikonischen Archetypen des Amerikas des 21. Jahrhunderts geworden.
LaChapelle hat einige der bekanntesten Persönlichkeiten aus Film, Musik, Kunst, Politik und Sport fotografiert.
Im Herbst 2023 wurde LaChapelle auf der XIV. Florenz-Biennale mit dem „Lorenzo il Magnifico“-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.
In den vergangenen 40 Jahren stellte LaChapelle international in Galerien und Museen aus.



