
Arnulf Rainer, geboren 1929 in Baden bei Wien, zählt zu den bedeutendsten österreichischen Künstlern der Nachkriegszeit.
Nach frühen surrealistischen Arbeiten wandte er sich Anfang der 1950er-Jahre der abstrakten Kunst und dem Informel zu. Gemeinsam mit Künstlern wie Ernst Fuchs, Anton Lehmden und Arik Brauer gehörte er zur österreichischen Avantgarde.
International bekannt wurde Rainer vor allem durch seine charakteristischen Übermalungen. Bestehende Zeichnungen, Fotografien und Bilder wurden mit intensiven gestischen Eingriffen verändert, reduziert oder nahezu vollständig überdeckt. Schwarz entwickelte sich dabei zu einem zentralen Ausdrucksmittel seines künstlerischen Schaffens.
Ab den 1960er-Jahren erweiterte Rainer seine Arbeit um Selbstporträts, Fotografie und die berühmten „Face Farces“, bei denen Grimassen und Gesichtsbemalungen fotografisch festgehalten und anschließend überarbeitet wurden. Später kamen unter anderem Hand-, Finger- und Fußmalereien sowie Arbeiten mit Film und Video hinzu.
Rainer nahm an bedeutenden internationalen Ausstellungen wie der documenta und der Biennale von Venedig teil und vertrat Österreich 1978 in Venedig. Im selben Jahr erhielt er den Großen Österreichischen Staatspreis für bildende Kunst. Von 1981 bis 1995 war er Professor an der Akademie der bildenden Künste Wien.
Sein Werk zeichnet sich durch die konsequente Suche nach neuen Ausdrucksformen, die Spannung zwischen Zerstörung und Neuschöpfung sowie die intensive Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper und der menschlichen Wahrnehmung aus.
Arnulf Rainer starb am 18. Dezember 2025 im Alter von 96 Jahren.






