
Andy Warhols Werk ist Spiegel der konsumorientierten und werbungsinfizierten Gesellschaft Amerikas der 60er und 70er Jahre. Seine Genialität zeigt sich in einer vorsätzlichen Inszenierung von Kunst als Massenmedium: Kunst in serieller Reihung, das Lossagen vom künstlerischen Individuum und das Schaffen von Ersatzwirklichkeiten in einer durch Massenmedien bestimmten Sozialisation.
Berühmte Persönlichkeiten wie Mao Tse-tung, Bauten wie der Kölner Dom, Lebensmittel oder Gegenstände aus dem alltäglichen Leben, Warhol lässt daraus maschinelle Kunstwerke entstehen, die sich bis in die Unendlichkeit reihen. Erzeugt werden diese in seinem Atelier, der „Factory“.
„Meine Bilder sind symbolische Aussagen über die grellen unpersönlichen Produkte und diese aufgemotzten materialistischen Objekte, auf denen Amerika heutzutage aufgebaut ist.
Sie sind Projektion all dessen, was gekauft und verkauft werden kann: praktische, aber vergängliche Symbole, die uns in Schwung halten“, resümiert der Künstler. Seine serielle Reproduktion wird vereinfacht durch die Technik des Siebdrucks, welche bis dahin nicht unbedingt als künstlerisches Verfahren galt.
Alles ist gleich und wiederholbar. Das Argument der Anti-Kunst und der Vorwurf einer fehlenden künstlerischen Identität werden von Andy Warhol unbeeindruckt versachlicht: „Ein Künstler ist jemand, der Dinge produziert, die kein Mensch braucht, von denen er aber aus irgendwelchen Gründen meint, es sei eine gute Idee, sie ihm zu geben.“ Warhol evozierte mit seiner Kunst einen Paradigmenwechsel der ihn zu einen der bedeutendsten Künstler der Moderne macht.



























