Vertiefung mit Bewölkung
“Künstler verabreden nicht vorher, wie etwas aussehen soll”
– Arnulf Rainer über die Zusammenarbeit mit Günter Brus
Der Ausstellungstitel „Vertiefung mit Bewölkung“ ist der gleichnamigen 74-teiligen Gemeinschaftsarbeit von Günter Brus und Arnulf Rainer entlehnt, die 1986 publiziert wurde.
Einen autonomen Stellenwert innerhalb dieses Werkkonvoluts nimmt die, in der Ausstellung präsentierte, Mappe mit fünf Kaltnadelradierungen ein.
Als Grundlage für die gemeinsame Überarbeitung dienten botanische Druckgrafiken des 19. Jahrhunderts, von welchen Brus und Rainer durch Fotoätzen neue Druckplatten fertigten. Anschließend arbeiteten die Künstler zeitversetzt und traten nicht in einen unmittelbaren Dialog.
Rainer überzeichnete die Originalmotive mit den für ihn typischen dicken, in sich verdichtenden Schraffuren.
Brus fügte in der Folge zarte, imaginäre Figurationen hinzu und die Blätter wurden gedruckt.
Weiters werden in der Ausstellung Werke beider Künstler aus den 1970er Jahren bis 2006 gezeigt.
Brus ist mit zeichnerisch-literarischen Radierungen von 1990 vertreten.
Von Rainer werden neben übermalten Fotografien von 2006, u.a. druckgrafische Arbeiten von 1978 aus der Werkgruppe der „Body Poses“ gezeigt, die Berührungspunkte mit dem Wiener Aktionismus erkennen lassen und die Überarbeitung einer Radierung des französischen Dichters und Malers Henri Michaux aus den 1980er Jahren.
