Vermessung der Realität
Teil skizzenhaft, teils transparent und geisterhaft scheinen die Figuren von Clemens Kaletsch die gemalten Räume für sich einzunehmen.
„… das was mich antreibt, ist der Mensch, der Andere, das Gesamte, dieser ganze Komplex des Miteinander in all seinen Facetten und eben der Einzelne, wie er sich artikuliert und behauptet.“
– Clemens Kaletsch
Die Bildsprache von Clemens Kaletsch passiert zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, zwischen Figuren und Schatten.
Der Künstler verwendet gebrochene Farbtöne auf weißen Hintergrund, den er immer wieder hervorscheinen lässt, oder dazu nutzt die Farbigkeit zu intensivieren.
Es entsteht ein Gefühl der Transparenz und Durchsichtigkeit.
In der Flut von Farbe skizzieren sich mehr oder weniger erkennbare Andeutungen von Architektur, Landschaften oder Figuren. Auch diese Figuralen Elemente entstehen aus der Malerei heraus.
Mal mit stärkeren Umrisslinien, wie auf den Arbeiten auf Papier, mal dezenter, sodass nur noch Schattenwesen zu erkennen sind. Dadurch gewinnen die Bilder von Clemens Kaletsch an Melancholie und Mystik.
Mit den Titel der Arbeiten, wie zum Beispiel „Horizont“, „Luberon“, „Früher Morgen“ oder „Anlehnung“, versucht der Betrachter eine Brücke zur Abbildung aufzubauen. Bei „Luberon“ erkennt man eine Gebirgskette, bei „Früher Morgen“ Menschen die auf einen Zug warten. Dennoch bleiben viele Bilder Rätselhaft.
In der Ausstellung „Vermessung der Realität“ in der Galerie Rhomberg werden auch Skulpturen von Clemens Kaletsch zu sehen sein. Die Wesen sind, wie auch in der Malerei, zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit zu sehen.
„In ihrer absoluten Kompromisslosigkeit, Eigenständigkeit und pikturalen Qualität erweist sich das im nietzscheanischen Sinn „unzeitgemäße“ Oeuvre von Clemens Kaletsch als eine der wichtigsten Positionen der neofigurativen Malerei.“
