Die Galerie Rhomberg beschäftigt sich seit jeher mit den vielfältigen Techniken der Druckgrafik. Denn Druckgrafik ist weit mehr als die Reproduktion eines Motivs – sie ist eine eigenständige künstlerische Ausdrucksform mit einer Vielfalt an gestalterischen Möglichkeiten.
Mit der Ausstellung der in Innsbruck lebenden Künstlerin Elisabeth Moser rückt die Galerie Rhomberg die besonderen Ausdrucksmöglichkeiten dieser Techniken in den Mittelpunkt. In ihren Arbeiten verbindet Moser handwerkliche Präzision mit experimenteller Offenheit. Ausgehend von organischen Formen, Strukturen und Mustern entstehen vielschichtige Bildwelten, in denen sich Ordnung und Zufall, Natur und Ornament auf spannende Weise begegnen.
Elisabeth Moser arbeitet vor allem als Druckgrafikerin.
Die Ausstellung zeigt komplexe Farblinolschnitte und Hinterglasmalereien. Während Moser in ihren Druckgrafiken mit Formen, Farben und modularen Elementen experimentiert, entwickelt sie in ihren Hinterglasbildern Schicht für Schicht eigenständige Bildkompositionen.
Beide Techniken verbindet ein intensiver, körperlicher Arbeitsprozess, aus dem Werke von großer Lebendigkeit und unverwechselbarem Charakter hervorgehen.
Beim Hochdruck mit verlorenem Schnitt und im Siebdruck stehen weniger die Vervielfältigung als vielmehr die gestalterischen Möglichkeiten der jeweiligen Technik im Mittelpunkt, wie die Künstlerin selbst beschreibt. Es entstehen komplexe Farblinolschnitte in kleinem Format und kleiner Auflage.
Die Druckstöcke werden von der Künstlerin im verlorenen Schnittverfahren von Hand bearbeitet und gedruckt. Manche eignen sich als Module, die, häufig in Kombination mit anderen Plattenresten, über- und untereinander angeordnet, gedreht oder auf den Kopf gestellt werden. Gedruckt wird am Boden auf feinem Chinapapier, wobei die Platten von Hand abgerieben werden.
So entsteht laut Moser ein neues Ganzes, das sich von seiner Grundstruktur emanzipieren kann. Es ergeben sich unvorhersehbare Verbindungen und spannende Brüche.
Die Hinterglasbilder, die in der Ausstellung zu sehen sind, entstehen wie die Linolschnitte in umgekehrter Weise. Die Künstlerin arbeitet sich seitenverkehrt vom Detail, dem Vordergrund zum Hintergrund.
Eine Schicht nach der anderen.
„ Die Themen kreisen um die systematische Ordnung im scheinbaren Chaos der Natur und der Sehnsucht des Menschen, diese Ordnung in seinem Schaffen wieder zu spiegeln. Diese Ordnung finde ich meist in organisch Gewachsenem, aber auch in textilen Musterungen und Ornamenten aus aller Welt. Auf dem Weg gefundenes und Erdachtes integrieren sich in diesem ausufernden Myzel zu einem eigenwilligen Kosmos. Beides, die Druckgrafik als auch die Hinterglasmalerei haben einen stark handwerklichen Aspekt der mich erdet und mich den Entstehungsprozess körperlich spüren lässt.„
Elisabeth Moser
In der Ausstellung ist auch die Arbeit „Blumenmantel“ zu sehen, die Michael Ziegler in seinem Selbstportrait „Wenn ich ohne Kleider bin“ trägt.
eins nach dem Anderen
ein Tag nach dem anderen
ein Schritt nach dem anderen
ein Kind nach dem anderen
ein Auto nach dem anderen
ein Highlight nach dem anderen
eine katastrophe nach der anderen
plötzlich nimmst Du die Fahrt wieder auf
der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
Möglichkeiten hat die Rose viele
Michael Ziegler für Elisabeth
