Unbestimmtes Land
Norbert Pümpel ist bereits seit Ende der 1970er Jahre im Bereich der Concept Art tätig und gilt als bedeutsamer österreichischer Vertreter dieser. Im Rahmen der Premierentage Innsbruck 2013 präsentiert die Galerie Rhomberg die Ausstellung „Unbestimmtes Land“ des Tiroler Künstlers.
„Es gibt da einen Aspekt des Naturwissenschaftlichen, fern ab jeder messbaren Exaktheit, ohne Determinismus und Logik. Evidenz und Berechenbarkeit stellen sich als Illusion heraus.“ Norbert Pümpel
Das Werk Norbert Pümpels stellt sowohl in der heimischen als auch internationalen Kunstszene eine Ausnahme dar. Wichtiger Ausgangspunkt für das Schaffen des Künstlers ist die Wissenschaft. Die Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen als auch geisteswissenschaftlichen Disziplinen, findet Ausdruck in den künstlerischen Fragestellungen.
In den Jahren 1975 bis 1982 studierte Pümpel Mathematik, Physik, Astronomie und Philosophie.
Als Künstler und Autodidakt, begann er Ende der siebziger Jahre im Bereich der Concept Art zu arbeiten.
Erste theoretische Schriften und Zeichnungen über mathematische Serien und Reihen entstehen. Spätere Projekte sind beeinflusst von der zeitgenössischen Physik und Erkenntnistheorie; immer wieder entstanden friedenspolitische Arbeiten. Pümpel ist seit 1982 als freischaffender Künstler tätig. 2010 wurde er mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet. Seit 1978 ist der Künstler mit zahlreichen Ausstellungen weltweit, wie in Europa, Amerika und Japan vertreten.
Das Unbestimmte und Zufällige
Aus zunächst gegenstandslosen Bildräumen, einem „Spiel von scheinbarem Nichts und Materie“ (Kurzemann), entwickelt Pümpel ab 2012 Arbeiten, in denen sich quasi zufällig Materie verdichtet, ablagert und sammelt. Diese nunmehr deutlicher strukturierten Bildwelten erinnern an Atmosphäre und Landschaft, mit manchmal klaren und manchmal diffusen Horizonten. Jedenfalls aber ist nicht entschieden, ob dieses Land ein flüssiges, gasförmiges oder festes ist. Das Bild von einem Land, das sich nicht in einer bestimmten Gegend festmachen lässt, dem eine konkrete Zuordnung fehlt.
Überhaupt ist das Unbestimmte und Zufällige Teil der Arbeitsmethode Norbert Pümpels, in dessen Atelier sich die Papiere und Leinwände, wie in Versuchsreihen in einem Labor über Wochen und Monate entwickeln. Hier scheint der Künstler Prozesse in Gang zu setzen, zu organisieren und Entscheidungen zu treffen. Zum Einsatz kommen Ölfarbe, Bitumen und verschiedene Lösungen auf sehr dünnem Chinesischen Reispapier und auf Leinwänden.
