Serail
Mit „Serail“ präsentiert die Galerie Rhomberg die neusten digitalen Arbeiten von Heidi Popovic.
Seit 2005 kehrt der Künstler immer wieder nach Istanbul zurück wo die gesammelten Eindrücke der orientalen Formensprache ihn zu neuen Arbeiten inspirieren.
Christian Pölzler hat mit Heidi Popovic nicht nur eine Künstler-persona erschaffen, sondern auch eine Marke mit Wiedererkennungswert. „Heidi“ soll uns nicht nur an den Schweizer Kinderstar erinnern, der Name ist in seinen Wurzeln europäischer dennoch internationaler weit verbreitet und bekannt. „Popovic“ ist inspiriert von dem Psychiater Nikita Popowitsch aus der Woody Allen Komödie „Was gibt’s Neues, Pussy?“
Als „Serail“ werden osmanische Paläste bezeichnet die vor allem im 18. Jahrhundert in Mitteleuropa als Inbegriff exotischer osmanischer Hofkultur galten. Während seinen Aufenthalten in Istanbul entstanden Skizzen und Entwürfe für einen Bilder-Zyklus nach Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serial“. Als Grundlagen dienten Fliesen und Stoffmuster der türkischen Paläste und Moscheen. Diese wurden von dem Künstler aufgenommen und mit Eindrücken des gegenwärtigen Alltags neu interpretiert. Seine Erfahrungen als Textildesigner, die er vor einem Studium machte, konnte der Künstler auch miteinfließen lassen.
Die digitalen Muster, die Heidi Popovic kreiert, basieren auf muslimischer Tradition, werden jedoch kombiniert mit alltäglichen Gegenständen oder Symbolen anderer monotheistischer Religionen. Mit „After the Party“ gibt uns der Künstler einen Blick auf die Tischplatte des letzten Abendmahls am Morgen danach. Das Muster des Tisches erinnert ganz stark an Orientteppiche oder -fliesen, nur der Titel gibt Hinweis auf die christliche Symbolik und Zigarettenstummel bringen uns zurück in die Gegenwart.
Vor allem im letzten Jahr galt sein Hauptinteresse der osmanischen Palastarchitektur des 19. Jahrhunderts (Dolmabahçe, Beylerbeyi, Küçüksu, etc..), was man auch in der Arbeit „Foyer“ wiedererkennt. Eine Anspielung auf die Schönheit solcher Architektur die durch absurde Gegenstände wie einem Feuerlöscher gestört werden. Die digitale Neuinterpretierung des osmanischen und muslimischen Formenrepertoire von Heidi Popovic erinnert stark an PopArt.
Nicht nur die Farbigkeit und die Wiederholung, auch durch die Spiegelung der heutigen Gesellschaft durch Alltagsgegenstände.

