01/09/2013
30/09/2013

FOTOGRAFIE

Galerie Rhomberg / Innsbruck
Clemens Rhomberg

Nobuyoshi Araki (* 1940) gehört unbestritten zu den radikalsten und einflussreichsten Fotografen unserer Zeit. In sechs Jahrzehnten schuf er eine Vielzahl von Fotografien, Büchern und Filmen.

Seine kühnen Akte und intimen Studien des weiblichen Körpers, Teil eines wiederkehrenden Motivkanons, machten ihn international berühmt – lenken allerdings auch vom facettenreichen Gesamtspektrum seines Oeuvres ab.

Die Ausstellung in der Galerie Rhomberg fokussiert daher auf seine Serien Flowers (1997) und Painting Flowers (2004) mit ihren übergroßen, fast bizarr anmutenden Blütendetails, welche mujokan, das Gefühl von Vergänglichkeit und Unbeständigkeit der Dinge, ausdrücken.
Die intensiv leuchtenden Farben verstärken den Eindruck von Sinnlichkeit und Erotik dieser eigenwilligen, fast beunruhigenden Formen. Aus der Serie Private (1993) zeigt die Ausstellung großformatige schwarz-weiß Abzüge von atmosphärisch dichten Frauenporträts.

Araki greift mit diesem beharrlich verfolgten Zyklus auf die japanische Tradition des zuihitsu zurück, das als Tagebuch, Reisebuch, Aufzeichnung der Zeit, versucht flüchtige Eindrücke meist intimer Natur festzuhalten.

Araki entwickelte schon in den 1970er Jahren mit seinem autobiografischen Zugang zur Fotografie eine einzigartige bildnerische Handschrift, die als „Ich-Fotografie“ eine weit über die japanische Kultur hinausreichende poetische Bildsprache menschlicher Leidenschaften formuliert.
Mit dieser dezidiert subjektiven Sichtweise thematisiert er häufig die Generalthemen Sexualität und Tod.

GEZEIGTE WERKE

WERKE