Fotografie
„Ich wollte nie, dass meine Arbeit elitär oder spießig ist, ich möchte, dass meine Bilder aussagekräftig, zugänglich und unterhaltsam für jedermann sind. Ich wehre mich gegen Fotografien, bei denen es nur um stilisierten Glanz und furnierte Oberflächen geht. Ich bin immer auf der Suche nach einer würdevollen Wahrheit – ich möchte die Essenz dessen wiedergeben, wie es wirklich ist, wenn ich meine Porträtierten treffe. Was habe ich also aus all meinen kurzen Begegnungen gelernt? Ich habe sicher viel gelernt, aber am Ende scheint mir, je mehr ich lerne, umso weniger weiß ich.“
Platon
Die Galerie Rhomberg zeigt zum ersten Mal die Arbeiten des weltberühmten Fotografen Platon Antoniou. Der Brite mit griechischen Wurzeln, ist nicht nur ein Meister des Portraits, sondern schafft es durch seine Fotografie faszinierender Geschichten zu erzählen.
In den letzten 20 Jahren hatte der in New York lebende Fotograf, außergewöhnlichen Zugang zu einigen der mächtigsten Menschen erhalten, die alle in ihrem Bereich führend sind – ob Politiker, Schauspieler, Regisseure, Modedesigner, Sportler, Schriftsteller oder Musiker, sie alle üben in ihrem Bereich enormen Einfluss aus. Inspiriert von christlichen Ikonen schafft Platon das Wesen einer Person einzufangen, was unglaubliches Maß an Geduld, Geschick und Intuition erfordert.
Platon liest seine Motive blitzschnell und findet Wege, um mit ihnen in Kontakt zu treten, was es ihm ermöglicht, unter die oberflächliche Spannung zu gelangen, die mit dem Sitzen für ein Porträt verbunden ist. Genau diese Fähigkeiten verhelfen dem Fotografen vor allem wenn es zu einem spontanen Shooting kommt, wie zum Beispiel bei dem Zusammentreffen mit dem ehemaligen libysche Diktator Muammar al-Gaddafi – dessen Portrait in der Ausstellung zu sehen ist:
„Bei Gaddafi entschied ich mich, ein wenig zurückzutreten. Er hatte das schlechteste Timing aller Zeiten. Unser Treffen war Backstage bei den Vereinten Nationen und ich wartete gerade darauf, Obama zu portraitieren (…) Gaddafi kam zu mir und sagte mit dieser herausfordernden Geste, er würde jetzt für sein erstes Portrait auf amerikanischen Boden posen, aber vor den Leuten des Weißen Hauses. Sie sehen in meinem Bild zwar nicht die Leute vom Weißen Haus, aber sie bekommen seine Unnachgiebigkeit mit.“
Neben dem Portrait von Muammar al-Gaddafi, sind Größen wie die Musikgenies Prince und Ornette Coleman und berühmte Schauspieler Christopher Walken, Benicio del Toro und Michael Douglas in der Ausstellung zu sehen.
Der zweite Teil der Ausstellung bildet eine Auswahl von Arbeiten aus der Serie „Greece (Coming Home)“, bei der sich Platon auf eine Reise zurück zu seinen griechischen Wurzeln machte. Jedes Bild besteht aus einer Erinnerung und der Auseinandersetzung mit der griechischen Kultur.
Zu dem Bild „Donkey and Man“ sagt der Fotograf: „Ich bin in Griechenland, auf der Insel Paros. Ich bin hier aufgewachsen. Ich wurde hier gebaut. Im Herzen bin ich ein mediterraner Mensch. Dies ist der letzte Eselmann auf der Insel. Als ich ein Kind war, war dies unser lokales Transportmittel.“
eröffnet im Rahmen der
PREMIERENTAGE-WEGE ZUR KUNST, 04.11.2021



















