Druckgrafiken und Aquarelle
„Der Beginn war rein zufällig, aber alles, was ich danach gemacht habe, geschah in diesem Sinne, also Grafik nicht als Bildersatz.”
– Georg Baselitz
Georg Baselitz zählt zu den wichtigsten und einflussreichsten zeitgenössischen Künstlern. 1964 entdeckte der deutsche Künstler die Druckgrafik zufällig während eines Aufenthaltes in einer Grafikwerkstatt. Seit diesem Zeitpunkt ist die Grafik ein wichtiger Bestandteil seines Oeuvres. Dabei nutzt er die Druckgrafik nicht zur Wiederholung oder Reproduktion, dagegen sprechen die Kleinauflagen der Serien. Die Druckgrafik ist intensiver als jede Zeichnung oder Malerei: Ist der Strich in das Material gekratzt, kann er nicht mehr überarbeitet werden. Des Weiteren begann der Künstler am Ende der 1960er Jahren mit dem Auf-dem-Kopf-stellen seiner Bilder. Er dreht die Werke nicht einfach um, sondern arbeitet auch verkehrt herum. Dabei sollten alte Sehgewohnheiten aufgegeben und überdacht werden. Der Betrachter sollte sich intensiver mit den Motiven auseinandersetzen.
Die Galerie Rhomberg zeigt in der Ausstellung zu Georg Baselitz Druckgrafiken und Aquarelle von den frühen 1990er Jahren bis zu den aktuellsten von 2017. Dabei werden unter anderem Druckgrafiken aus der Remix-Gruppe gezeigt, bei denen der Künstler auf frühere Werkzyklen zurückgreift und reflektiert. Mit den Werken „Besuch von Hokusai I-III“ (2015) wird Baselitz „besucht“ von Katsushika Hokusai (1760-1849), ein japanischer Künstler und Vertreter des Ukiyo-e-Genres, der vor allem durch seine Farbholzschnitte bekannt wurde. Auch bei den neusten Arbeiten von 2017 setzt sich Georg Baselitz mit Hokusai auseinander („Hokusai und ein Paar“, „Hokusai und ein Akt“). Dabei wird ein Dialog zwischen den Bildern angeregt.
In seinen Werken verarbeitet Georg Baselitz vor allem sein Leben in Deutschland. Sein Leben während und nach dem Krieg. Sein Leben, welches stark von der Entwicklung Deutschlands seit 1930 beeinflusst wurde.
„Ich bin in eine zerstörte Ordnung hineingeboren worden, in eine zerstörte Landschaft, in ein zerstörtes Volk, in eine zerstörte Gesellschaft. Und ich wollte keine neue Ordnung einführen. Ich hatte mehr als genug sogenannte Ordnungen gesehen. Ich war gezwungen alles in Frage zu stellen, musste erneut >naiv< neu anfangen.“
– Georg Baselitz
